RESTLESS LEGS SELBSTHILFEGRUPPE
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Fragen & Antworten

1. Welches sind die Krankheitsmerkmale von dem „Restless Legs Syndrom?

Die Krankheitsmerkmale (auch „Symptome“ genannt) sind Missempfindungen in den Beinen (seltener in den Armen), wie z.B.: ein Kribbeln oder Reißen oder Brennen oder Zucken oder Schmerzen (seltener Krämpfe), sie können sich auch als ein „komisches Gefühl in der Tiefe“ in den betroffenen Gliedmaßen bemerkbar machen. Durch diese störenden oder quälenden Missempfindungen kommt es zu starken Unruhe, die die Betroffenen zum Bewegen und Umhergehen zwingt (selten wird statt der Missempfindung nur ein unangenehmer Bewegungsdrang empfunden). Die Symptome treten in der Ruhephase aber auch in der Entspannung im Sitzen und im Liegen auf.

Ganz typisch für das RLS (Abkürzung für Restless Legs) ist, dass sich die Beschwerden durch Bewegung bessern lassen, wenn auch teilweise nur kurzzeitig. Zum Abend und in der Nacht steigen die Beschwerden wieder an und können dadurch Schlafstörungen zur Folge haben, die ein häufiges zusätzliches Krankheitszeichen darstellen.


Viele RLS-Betroffene leiden unter einem andauernden Schlafmangel, die durch Beschwerden gestörten Erholungsphasen tags und/oder fehlender Schlaf nachts beeinträchtigen, je nach schwere der Beschwerden. Das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit daraus können sich Störungen im körperlichen und seelischen Bereich entwickeln.



2. Was bedeutet das Restless Legs Syndrom?


Das Wort „Syndrom“ stammt aus dem Griechischen und bezeichnet eine Charakteristische Kombination von Krankheitsmerkmalen. Es wird aber auch für eine in ihrer Ursache noch nicht geklärten Krankheit verwendet.


Die Worte „Restless Legs“ stammen aus dem Englischen und bedeuten übersetzt:
Ruhelose Beine.


Das Restless Legs Syndrom oder abgekürzt RLS ist also das Syndrom der unruhigen Beine.



3. Wie kann man feststellen, ob man an RLS leidet?


Es müssen alle vier Krankheitsmerkmale dabei auftreten:

  • Missempfindung oder starke Unruhe
  • Bewegungsdrang
  • Anstieg der Beschwerden in der Nacht
  • Auftreten der Beschwerden in Entspannung und Ruhe, die sich durch Bewegung lindern lassen
 
Welche Krankheitszeichen können zusätzlich noch bestehen:
  • Schlafstörungen durch Unruhe oder Missempfindungen
  • Ruckartige Beinbewegungen Tags und in der Nachtruhe
  • Familiäres Auftreten der RLS-Symptome

 

Um ein RLS zu diagnostizieren, erfolgt ein ausführliches Patientengespräch (Anamnese), neurologische Untersuchungen und Blutuntersuchungen. Die Diagnose lässt sich durch einen erfahrenen Facharzt für Neurologie, bei eindeutigen Symptomen klinisch feststellen.  Auch das deutliche Ansprechen auf dopaminerge Medikamente dient in Zweifelsfällen als Bestätigung der Verdachtsdiagnose RLS. Es kann auch eine Schlaflaboruntersuchung von ca. 2 Tagen nötig werden, um das Ausmaß der Schlafstörungen festzustellen, die Diagnose zu sichern oder andere Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen auszuschließen.

Im Schlaflabor werden neben der Messung der Gehirn- und Nervenströme insbesondere die Beinbewegungen während der Schlafphase gemessen.

Der Test ist schmerzlos. Man kann dieses auch in der Neurologie an der Christian Doppler Klinik, Salzburg in Erwägung ziehen.


4. Ist RLS lebensbedrohend oder verkürzt es das Leben?


RLS mindert zwar die Lebensqualität bisweilen in erheblichen Maße, es sind jedoch bisher keine Fälle bekannt geworden, in denen RLS unmittelbare Todesursache war.
Auf die Lebensdauer scheint es keinen Einfluss zu haben.

 

5. Kann RLS behandelt oder geheilt werden?

Zur Behandlung stehen eine Reihe von Medikamenten zur Verfügung, die in erster Linie aus der Parkinson-Therapie stammen. Die Wirksamkeit dieser Medikamente bei RLS wurde zufällig entdeckt. RLS ist aber eine eigenständige Erkrankung und steht mit der Parkinson-Erkrankung nicht in Zusammenhang. Die Medikamente sind Verschreibungspflichtig. Sie wirken bei den Betroffenen nicht alle gleich, deshalb sollte in jedem Fall ein RLS erfahrener Arzt aufgesucht werden.


Eine Heilung ist noch nicht möglich.


Insbesondere bei Patienten, bei denen Parkinson-Medikamente nicht ausreichend wirksam sind, werden mit anderen Medikamenten behandelt.


6. Welche Ärzte behandeln RLS?


Da es sich beim RLS um eine neurologische, chronische und meistens fortschreitende Erkrankung handelt, ist die Behandlung in der Neurologie die erste Anlaufstelle, wobei der Hausarzt den Betroffenen überweist.


Es bedarf allerdings noch einiger Öffentlichkeitsarbeiten bis RLS in der gesamten Ärzteschaft ausreichend bekannt ist und den Stellenwert einer ernstzunehmenden, relativ häufigen Erkrankung erfährt.


7. Welches sind die Ursachen von RLS?


Die Ursachen von RLS sind noch nicht genau bekannt. Wahrscheinlich beruht diese Erkrankung auf einem Defekt bei der Übertragung von Nervensignalen.


Es gibt Hinweise, dass genetische Ursachen vorliegen. Es wird nach idiopathischem RLS (ohne auslösende Ursachen auftretend, auch familiär gehäuft auftretend) und nach symptomatischen RLS (erworben durch andere Grunderkrankungen) unterschieden. Beim symptomatischen RLS steht die Behandlung der Grunderkrankung im Vordergrund. Die häufigste Erkrankung (Faktoren), die ein symptomatisches RLS auslösen können, seien beispielhaft genannt: Nierenerkrankungen, Anämie durch Eisenmangel, oder letzteres Schwangerschaft, Stoffwechselerkrankungen, spezieller Vitaminmangel ….


8. Seit wann ist RLS bekannt?


Hinweise auf RLS-Symptome findet man bereits in der Literatur des Mittelalters um 1650. 1944 wurde das Syndrom erstmalig von dem schwedischen Arzt Ekbom genauer beschrieben. Obwohl zwischenzeitlich mehr als 50 Jahr vergangen sind, ist RLS bei den meisten Betroffenen und bei vielen Ärzten noch immer unbekannt.


9. Wie viele Menschen leiden an RLS?


Etwa zehn bis 15 Prozent der Bevölkerung sind betroffen, das entspricht in Österreich rund 900.000 Patienten/innen. Frauen leiden doppelt so oft an RLS wie Männer. Auch Kinder können am Restless Legs Syndrom erkranken. Bei jungen Patienten kommt es aber nicht selten zu Verwechslungen mit Wachstumsschmerzen bzw. mit dem ADHS (Aufmerkskeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom).


Eine verstärkte Häufigkeit ist bei Menschen mit Nierenerkrankungen festzustellen (urämische Erscheinungsform des RLS).


10. Ist RLS vererblich?


Ja
. Bei über 50 Prozent der Betroffenen mit primärem RLS liegt ein genetisch bedingtes (vererbtes) RLS vor. So kann hier das RLS sogar in der Kindheit beginnen. Die Erbanlage, die das RLS verursacht, konnte bisher molekulargenetisch nicht identifiziert werde, wobei hier intensiv geforscht wird.


11. Welche Auslöser von RLS sind noch bekannt?


Neben den noch unbekannten Ursachen des idiopathischen RLS und den Auslösern des symptomatischen RLS (siehe Punkt 7), gibt es noch andere Auslöser.


Bekannt sind koffeinhaltige Medikamente und Lebensmittel, Alkohol und verschiedene Medikamente, die ein RLS verschlimmern oder sogar auslösen können.



         

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